Am Anfang war da vor allem Unsicherheit – unser Weg in die Kita
Als unser Kind in die Kita kam, hatten wir als Eltern viele Fragen im Kopf: Wie wird die Inhalation in der Kita funktionieren? Wer kümmert sich um die Medikamente? Was passiert, wenn unser Kind hustet oder sich nicht gut fühlt? Und wird es trotz Mukoviszidose ganz selbstverständlich Teil der Gruppe sein können?
Auch für das Kita-Team war vieles neu. Eine chronische Erkrankung wie Mukoviszidose gehört nicht zum Alltag jeder Einrichtung. Inhalationen, Medikamente und die Verantwortung für ein erkranktes Kind können zunächst Respekt auslösen. Die Sorge, etwas falsch zu machen, ist verständlich.
Doch schnell haben wir gemerkt: Vieles wird leichter, wenn man darüber spricht.
Wir haben erklärt, was Mukoviszidose bedeutet, welche Therapien unser Kind braucht und warum Inhalationen und Medikamente wichtig sind. Gemeinsam haben wir die Abläufe besprochen und uns Schritt für Schritt an die neuen Aufgaben herangetastet.
Eine weitere Frage hat uns beschäftigt: Wie gehen wir mit den anderen Kindern um?
Denn natürlich fällt es auf, wenn ein Kind regelmäßig inhalieren muss oder Medikamente bekommt. Kinder sind neugierig. Sie fragen nach. Und manchmal entstehen aus Unwissenheit auch Unsicherheiten oder Missverständnisse.
Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig.
Die Kinder müssen nicht alles über Mukoviszidose wissen. Aber sie dürfen verstehen, warum ihr Freund oder ihre Freundin manchmal inhalieren muss oder Medikamente nimmt. Sie dürfen Fragen stellen und erfahren, dass Mukoviszidose nicht ansteckend ist.
Gleichzeitig sollte das betroffene Kind nicht auf seine Erkrankung reduziert werden.
Es soll nicht das „kranke Kind“ der Gruppe sein. Es soll genauso spielen, lachen, streiten, Quatsch machen und dazugehören wie alle anderen.
Auch für das Kita-Team ist das eine wichtige Balance: Die besonderen Bedürfnisse des Kindes ernst nehmen, ohne es unnötig in eine Sonderrolle zu bringen.
Und wenn die Kita medizinische Unterstützung braucht?
Eine Kita ist keine medizinische Einrichtung. Wenn sich das Team bei der Inhalation oder Medikamentengabe unsicher fühlt oder die personellen Möglichkeiten fehlen, kann ein ambulanter Pflegedienst diese Aufgaben übernehmen. Das kann eine große Entlastung sein – für das Kita-Team, für die Eltern und vor allem für das Kind.
Denn es geht nicht darum, dass alle zu Expert:innen für Mukoviszidose werden. Es geht darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der sich alle sicher fühlen.
Unser Rat an andere Eltern
Habt Mut, offen mit den Erziehenden und den Kindern über die Erkrankung zu sprechen. Erklärt, was euer Kind braucht. Nehmt die Fragen und Sorgen des Kita-Teams ernst. Und gebt auch den anderen Kindern die Möglichkeit, Mukoviszidose zu verstehen.
Aufklärung nimmt Angst. Sie schafft Sicherheit. Und sie hilft dabei, dass aus etwas Besonderem etwas ganz Normales werden kann.
Unser Kind soll in der Kita vor allem eines sein: ein Kind.
Es soll spielen, lachen, basteln, toben, Freundschaften schließen und die Welt entdecken.
Und wenn zwischendurch inhaliert oder ein Medikament genommen werden muss, dann gehört auch das zu seinem Alltag.
Mukoviszidose ist ein Teil unseres Lebens. Aber sie soll nicht darüber entscheiden, wie viel Kindheit möglich ist.